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Trading Journal

Monthly Archives: März 2016

Schwarze Schafe in der Fonds- und Vermögensverwaltung?

In letzter Zeit erreichten mich immer wieder Anfragen, mit ähnlichem Inhalt in welchem ich u.a. gefragt wurde:
„Wie erkenne ich eigentlich schwarze Schafe in der Finanzbranche?“
„Ist es möglich die unseriösen von den seriösen Anbietern zu unterscheiden?“
„Welchen Anbietern Fonds und Vermögensverwaltern und nach welchen Kriterien kann ich vertrauen?“

Insbesondere als Blogger bzw. Finanzautor und nicht zuletzt als Jurist finde ich diese Thematik interessant und möchte auch diesbezüglich aufklärerisch tätig sein.

Aus diesem Grunde hatte ich mich vor einiger Zeit mit Vertretern der
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Deutschland, der österreichischen Finanzmarktaufsicht sowie der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht aus der Schweiz in einer juristischen Diskussion näher zu dieser Thematik unterhalten.

Hierbei wurde im Wesentlichen herausgearbeitet, dass in allen drei Ländern die zuständigen Aufsichtsorgane eine erhöhte Zunahme von unseriösen bis illegalen Angeboten in der gesamten Bandbreite der Finanzbranche feststellen.

So wurde u.a. z.B. von der Bafin und der FMA betont, dass zunehmend Firmen als auch Einzelpersonen sich als zugelassene Teilnehmer im Aussenverhältnis darstellen, obschon diese Anbieter keine (!) Zulassung der Aufsichtsorgane habe.
Insbesondere im Bereich der Vermögensverwaltung bzw. zutreffender der Finanzportfolioverwaltung gibt es laut Auskunft aller drei Regulierungsorgane eine Zunahme von Anbietern, die illegalerweise behaupten eine Zulassung als Vermögensverwalter zu besitzen.

Alle drei Aufsichtsorgane betonten, dass jeglicher seriöse Anbieter eine Zulassung zu seiner geschäftlichen Tätigkeit haben muss und dass diese Zulassung für jeden öffentlich und kostenlos einsehbar sei.
So unterstrich z.B. Frau Dr. Sabine Reimer von der Bafin, dass jedermann die Möglichkeit hat in den Datenbanken der Regulierungs- und Aufsichtsbehören kostenlos und aktuell nach Unternehmen bzw. Einzelpersonen zu suchen und zu prüfen, ob diese Unternehmen oder natürliche Personen eine Zulassung haben oder eben nicht.
Sofern dann diese Anbieter nicht (!) in der Datenbank aufgeführt werden, haben sie keine Zulassung und wenn diese Anbieter dann dennoch damit werben (z.B. per E-Mail auf Iherr JHomepage oder heutzutage per Facebook und Twitter), dass sie eine Zulassung hätten, eine Anzeige bei den Aufsichtsbehörden angebracht sei, um diesen „scharzen Schafen“ das Handwerk zu legen und andere Verbrauher zu schützen.

Laut Auskunft der Bafin sind diese drei nachfolgenden Internetauftritte bzw. Datenbanken der Schweiz. Österreich und Deutschland geeignet, um zügig zu überprüfen, ob ein Anbieter die Erlaubnis inne hat seine beworbenen Geschäfte auszuführen.

Bafin Deutschland:
http://www.bafin.de/DE/DatenDokumente/Datenbanken/Unternehmenssuche/unternehmenssuche_node.html

FMA Österreich:
https://www.fma.gv.at/de/unternehmen/suche-unternehmensdatenbank.html

FINAM Schweiz:
https://www.finma.ch/de/finma-public/bewilligte-institute-personen-und-produkte/

D.h. dass jeder, der sich informieren möchte über ein Unternehmen, bei diesen Datenbanken lediglich über den Firmennamen ermitteln kann, ob das Unternehmen überhaupt eine Zulassung hat.

Das bedeutet, dass heutzutage jeder kostenlos und sehr zügig erfahren kann, ob es sich um ein seriöses oder unseriöses Unternehmen handelt.
Gerade im Finanzbereich und wenn es z.B um Fonds oder Vermögensverwaltung und ähnliches geht, ist es sicher anzuraten, diese Prüfung vorab vorzunehmen, bevor man sein hart erarbeitetes Geld Dritten anvertraut.

Im Übrigen sind die zuständigen Aufsichtbehörden für jede Anregung und Kritik als auch Anzeige der „schwarzen Schafe“ äußerst dankbar.

SGL Carbon Short & Erläuterungen zu den Vorträgen IBdays und VTAD

In der deutschen Aktie aus dem MDAX, SGL Carbon habe ich gestern um ca. 14:00 Uhr einen Short Trade eröffnet.
SGL_150316

(Chart vom Dienstag, 15.03.)

Dieser Trade läuft auf zwei Teilpositionen und unterschiedlichen Handelstaktiken.
In der Vergangenheit (nachzulesen hier im Blog) sowie erst vorgestern bei einem Fachvortrag vor der Regionalgruppe Freiburg des VTAD (Vereinigung technischer Analysten Deutschlands) habe ich aufgezeigt, dass man durchaus auch mal Handelstaktiken variieren darf und z.B. kurz- und längerlaufende Trades kombinieren kann.
So auch bei diesem aktuellen Trade.
Die eine Hälfte des Trades ist ein kurzfristiger Trade. Dieser wurde bei 9,37 eröffnet und mit einem Stopp bei 9,64 versehen (damit ein initiales Risiko von 0,27 pro Stück).
Die andere Hälfte ist ein mittelfristiger Trade, der ebenfalls bei 9,37 eröffnet wurde und einen initialen Stopp bei 10,45 hatte.
Insgesamt für beide Teil-Trades wurde jedoch nicht mehr als ein Standard-Risikobetrag des Depots riskiert.
Natürlich wäre es auch möglich gewesen, lediglich den kurzfristigen Trade mit einem R einzugehen.
Jedoch in diesem Fall sind es zwei Fristigkeiten, die gehandelt werden.

Mittlerweile konnte ich heute den Stopp im mittelfristigen Trade nachziehen und den kurzfristigen Trade mit einen Gewinn von 0,58 pro Stück (Einstieg = 9,37, SL = 9,64, Gewinnmitnahme = 8,79) und demnach ein Gewinn in Höhe von rund 210 % bezogen auf den riskierten Betrag oder in anderen Worten, rund 2,1 R Gewinn innerhalb weniger Handelsstunden realisieren (vgl. a. zur Verdeutlichung kleines rotes Rechteck und kleines grünes Rechteck im nachfolgenden Chart).

SGL_160316_Update

(Chart vom Mittwoch, 16.03.)

Auch hier wiederum war für den kurzfristigen Trade die konkrete Einstiegslogik ein Trend im Trend (vgl. blaue und rote Linie) sowie dann eine Korrektur im bestehenden Trend (vgl. grüne Linie von Dienstag, 15.03.) sowie dann als finaler Trigger eine bearish engulfing Kerze auf Stundenbasis.

Gerade für die Vortragsteilnehmer von den IBdays letzter Woche am Freitag, 11.03. sowie für die Teilnehmer des Vortrages in Freiburg bei der VTAD am Montag, 15.03. sei hier der Hinweis nochmals auf die gezeigte Einstiegsmöglichkeit mit den engulfing – Mustern hingewiesen (zur Vertiefung Enzyklopädie der Candlesticks von Thomas Bulokowski).
Im Ergebnis erkennen wir hier, dass langfristig (rund fünf Jahre Live-Trading auf dem Blog) ein Vorteil und eine Überrendite zu erwirtschaften ist mit der Einstiegslogik eines Trend im Trend und eines Engulfing-Musters.
Dass es natürlich auch noch andere Ansätze gibt, ist unbestritten und tatsächlich sind in den noch nicht öffentlichen Depots einige ergiebigere Handelstaktiken enthalten.

Jedoch ist es so, dass sich nach nunmehr fast 5 Jahren Livehandel und mittlerweile fast 1.000 hier gezeigten Trades ergibt, dass dieser eine gezeigte Handelsansatz funktioniert und sich dabei eine ruhige und recht geradlinige Kapitalkurve ohne allzu großen Ausschläge nach unten als nach oben ergibt.

Im Übrigen sollten Sie, wenn sie einen Track Record betrachten im Live-Handel mindestens 3 bis 5 Jahre zur Evaluierung eines Ansatzes haben. Erst in dieser Zeitspanne kann man ansatzweise sagen, dass genügend Datenmaterial zur Beurteilung einer Handelsstrategie vorliegt. Wichtig ist auch, dass es Echtgeld sein muss, da Paper Trading oft nicht dem Live-Handel entspricht (Psyche, Slippage, Gebühren…).

Im institutionellen Bereich beurteilen wir keine Strategie, die nicht mindestens 5 bis sogar 7 Jahre zurückreicht !
Daher sollten Sie sehr skeptisch sein, wenn irgendjemand mit erst mal 1 bis 2 Jahren Track Record Ihnen was verkaufen möchte und besonders dann, wenn diejenigen, dann nicht mal alle Trades veröffentlichen (oder nur im Nachhinein). Das aber nur am Rande als Gedanke…

Wichtig ist, im Nachgang zu den letzten Vorträgen, nochmals zu betonen, dass es verschiedenen Handelsansätze gibt und ich keinesfalls darstellen möchte, dass der auf dem Bullentrader Blog gezeigte Ansatz der beste oder ertragreichste ist.
Der Blog soll lediglich Sie zum eigenen Nachdenken ermuntern!
Er soll sie warnen, anregen, Ideen für die Entwicklung eigener Ansätze liefern und eben nicht ein blindes „folgen“ sein.
Suchen Sie das, was zu Ihrem Handelsstil, ihrer Depotgröße, ihrere Zeit, Ihre „Belastbarkeit“ passende aus und hinterfragen Sie alles, vertrauen Sie keinen „black box -Systemen“ und rennen Sie nicht jedem „Guru“ hinterher.

In diesem Sinne. Viel Erfolg an den Finanzmärkten.